Cerion laeve Plate, 1907

Original Description

XXIV. Cerion laeve n. sp. von Current Harbour, Eleuthera (Taf. 1, Reihe IX).

            7 junge, 294 ausgewachsene Schalen, alle ohne Tier und vielfach stark verblichen, zwischen Gestrüpp bei der Landungsstelle von Current Harbour. Diese neue Art setzt die morphologische und geographische Reihe von C. glans typicum—varium—agrestinum noch um eine Stufe fort, so dass ich snfangs geneigt war, sie noch mit zu C. glans zu rechnen und sie daher auf der Tafel meines Marburger Vortrags als var. laeve bezeichnet habe. In der Tat lässt sich bei Berücksichtigung der Skulptur eine völlige Übergnagsserie von fast glatten agrestinum-Schalen zu zartliniirten laeve-Individuen zusammenstellen, wie aus Taf. 1 ersichtlich ist. Daraufhin könnte man also nach dem Döderleinschen Standpunkte laeve mit zu Cerion glans ziehen. Andererseits prägt sich in der viel geringeren Grösse, der intensiveren, mehr bindenartigen Fleckung und in der plumperen Gestalt ein so durchgreifender, nie zu verkennender unterschied aus, dass es meinem systematischen Gefühl widerstrebt, sie mit jener polymorphen Art zu vereinigen. hier liegt doch offenbar eine weitere phyletische Lücke vor, die in der Nomenklatur zum Ausdruck kommen muss.

            Dünnschalig. Colf klein, bei der Mehrzahl (63%) sogar sehr klein oder von aussen nicht sichtbar. Parf klein oder mittelgross. Parcall meist fehland, zuweilen ein durchsichtiger auf beiden Seiten verdickter Belag, nur bei 1% eine neidrige Leiste. Per wie bei C. glans agrestinum. Färbung: intensive braun und weiss gefleckt; die meist dunkelbraunen Flecke sind in der Mehrzahl scharf konturirte, flamminartige Längsbinden, welche sich häufig über 2 oder 3 Windungen erstrecken (s. Abbildungen). Rp fehlen. Die Oberfläche ist fast völlig glatt, doch sind zahlreiche engstehende Zuwachslinien bei den moisten Schalen mite blossom Auge zu erkennen. Auf der letzten Windung dicht vor dem Per sind zuweilen etwas starker und sehen dann aus wie die Linien von C. glans agrestinum; bei 3 Exemplaren (1%) ist die ganze Oberfläche mit dichtstehenden Linien, wie bei agrestinum, bedeckt und zwar 47 oder 48 auf der vorletzten Windung. Zwischen diesem Extrem und einer für das blosse Auge ganz glatten und etwas glänzenden Oberfläche existiren alle Übergänge. Lg 16—18 (Max.Freq. 16), Varbr 15—21. Cerion laeve ist also eine Zwergform von agrestinum mit glatter oder fast glatter Oberfläche und starker Fleckung.

            Eine sehr nahe stehende Art ist C. multistriatum Pils. u. Van. (Pils. 1. c. S. 268) von Crooked Island, einer Insel der weitab gelegenen südöstlichen Bahamagruppe. Von dieser Art kenne ich 2 Exemplare aus dem Berliner Zoolog. Museum, welche mit Pilsbrys Bechreibung sich decken. In Form, Grösse, Peristom, Färbung, Parf, und Parcall, stimmen beide Arten miteinander überein, aber bei multistriatum ist die Schale überall mit sehr feinen Linien bedeckt, die noch dichter stehen als bei den drei eben erwähnten Exemplaren von laeve. Da Pilsbry nur 5 und ich nur 2 Schalen von multistriatum gesehen habe, so fehlen noch Angaben über die Variabilität dieser Art. Es ist möglich, dass auch bei ihr fast glatte oder ganz glatte Individuen einen hohen Prozentsatz ausmachen, in welchem Falle die Spezies laeve einsusiehen wäre.

            Die im vorsteheden geschilderten Schalen von New Providence und Eleuthera zeigen das Prinzip einer geographischen Formenkette deutlicher wie irgend eine andere reihe meiner Cerion-Sammlung. Um die gesetzmässige Veränderung der einzelnen Charaketer besser übersehen zu können, gebe ich folgende

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